Open-Source setzt neue Maßstäbe in Sachen Kommunikation
Jan-Michael Brummer und Christian von Behren
Fritz Fun GTK (ffgtk) ist eine Linux-Anwendung mit grafischer Oberfläche für das Telefonieren, Faxen und SMSVersenden. Einzige Bedingung hierfür ist ein Router mit CAPI-Schnittstelle. Diese Software eignet sich sowohl für den privaten als auch den gewerblichen Einsatz und ist somit die Kommunikationslösung für Linux- und BSD Anwender. Der namhafte Router-Hersteller AVM fördert das Projekt durch die zur Verfügungstellung aktueller Hardware.
Jan-Michael Brummer: „Ich bin seit 1995 (Kernel 1.2.09) begeisterter Linux-Nutzer und Open Source-Verfechter. ffgtk als Open Source freizugeben war für mich war für mich eine sinnvolle Sache und ein Dankeschön an die Community. Lösungen für bisher als unlösbar geglaubte IT-Probleme zu schaffen, ist mein Job.“
Christian von Behren: Christian von Behren: „Desktop-Integration bedeutet, benutzerfreundliche, schnittstellenreiche und anwendungsübergreifende Komplettlösungen anzustreben. - Wenn man das Rad nicht neuerfinden will, kann diese Form der Interoperabilität nur mit Open Source erreicht werden. Als Datenbankspezialist geht es mir um Wege, Daten und Kommunikationskanäle zu verknüpfen und zu bündeln, nicht um Redundanz.“
Bereits heute unterstützt ffgtk AVM Fritz!Boxen, T-Com Speedports und Alice-Router. Analog-, ISDN- sowie VoIP-Anschlüsse können mit ffgtk uneingeschränkt genutzt werden. Im Gegensatz zur Verwendung von Faxgeräten oder Servern mit ISDN-Karten fallen bei der Nutzung von ffgtk keine Kosten für weitere Hardware an. Zusätzlich zur Einsparung eines Dauerverbrauchers sparen viele Fritz!Boxen Kosten für Verbrauchsmaterialien wie Toner oder Papier, da sie eingehende Faxe selbstständig entgegen nehmen und diese in ein PDF umwandeln. Damit ist ffgtk nicht zuletzt für Green-ITEnthusiasten und Sparfüchse von großem
Interesse.
Die Spezialisten des ffgtk-Projekts
Die Spezialisten des ffgtk-Projekts Initiator und Hauptentwickler des ffgtk-Projekts ist der Dipl.-Inf. Jan-Michael Brummer, Mitentwickler des Betriebssystems Tabos und heute Software-Entwickler bei Intel. Auf
der Grundlage seiner hardwarenahen Programmierkenntnisse entwickelt er mittels Reverse Engineering die Routerfunktionen unter Linux und stellt ebenfalls die Plattformunabhängigkeit des Programms sicher.
Christian von Behren ist neben der Zugabe von Patches vor allem der Mann am Reißbrett. Der Experte für komplexe, webbasierte Datenbanksysteme im Online-Shop-, ERP/CRM-Umfeld auf Open-Source-Basiskonzipiert den Funktionsumfang vor allem im Hinblick auf Alltagstauglichkeit und Benutzerfreundlichkeit. Zu seinem Auf gaben bereich zählen die Feature-Konzeption wie der Anwender-Support, wozu auch das Bereitstellen von Installationsanleitungen und dem Online-Wiki zur Software gehören. Die Feature-Implementierungen und die
Road map für die Weiter entwicklung unterliegen dabei einem streng nutzerorientierten Ansatz.
Was leistet ffgtk?
Zum Telefonieren kann ffgtk zum einen als adressbuchgestützte Wählhilfe für heimische Endgeräte genutzt werden. Zum anderen kann auch der PC mittels Headset als „Softphone“ genutzt werden, wobei die integrierte Rauschunterdrückung die Signalqualität erheblich verbessert. Ein programmeigenes Adressbuch bzw. das Verwenden der Adressbücher zahlreicher E-Mail-Clients anderer Hersteller machen ffgtk im hohen Maß alltagstauglich. Die Kontakte können hierbei uneingeschränkt in bei den Richtungen synchronisiert werden.
Anrufe werden durch ffgtk in Echtzeit signalisiert und die Telefonnummern der Anrufer durch den zugehörigen Namen und Adressen mittels Zugriff auf das eingestellte Adressbuch aufgelöst bzw. durch Online-Branchen- und -Telefonbücher bestimmt. Sämtliche Kontaktdaten können so einfach und vollständig gespeichert werden. Des Weiteren greift ffgtk auf Anruferlisten des Routers zu und stellt diese über konfi gurierbare Filter zusammen.
Im Gegensatz zu vielen komerziellen Programmen können Faxe dank der CUPSDrucker-Integration von jeder Anwendung her aus versendet werden. Wahlweise erstellt ffgtk dabei auch Sendeberichte als PDF-Datei. Zusatzfunktionen wie die Anzeige von DSLIn for mationen wie die externe IP und die Up- und Downloadraten oder die Möglichkeit, die Internetverbindung mit neuer IP-Adresse er neut aufzubauen, runden das Programm ab. Besonders für Firmen ist die Möglichkeit interessant, den Funktionsumfang von ffgtk über konfigurierbare Aktionen um andere externe Programme zur Desktopintegration zu erweitern. So können Anwender z. B. mit der Notizzettel-Anwendung Tomboy bereits während des Telefongesprächs vorhandene
Gesprächsnotizen öffnen oder neue erstellen.
Besondere Vorzüge: green und benutzerfreundlich!
Ein großer Aspekt bei der Entwicklung der reichhaltigen Kernfunktionen war die Umsetzung von Barrierefreiheit und die Schonung von Ressourcen. Viel zu oft werden diese beiden Punkte bei der Entwicklung selbst kommerzieller Produkte stiefmütterlich be handelt. Durch die von Anfang an berücksichtigte optimale Ressourcennutzung steht dem Faxen oder Telefonieren selbst mit einem leistungsschwachen Netbooks über WLAN nichts im Wege.
Zur Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit steht den ffgtk-Nutzern ein Installationsassistent zur Verfügung, der viele Routereinstellungen wie MSN oder Telefoniegeräte automatischkonfiguriert. Das Aktivieren und Deaktivieren der im Routerkonfigurierten Rufumleitungen ist ebenfalls möglich.
Als Kenner von Open-Source-Software war für die ffgtk-Entwickler von Beginn an klar, den Anwendern ffgtk kostenlos zur Verfügung zu stellen. Sie können die aktuelle Version von ffgtk direkt vom Projektserver herunterladen: www.tabos.org/ffgtk
Über die Autoren
Jan-Michael Brummer: „Ich bin seit 1995 (Kernel 1.2.09) begeis terter Linux-Nutzer und Open Source-Verfechter. ffgtk als Open Source freizugeben war für mich war für mich eine sinnvolle Sache und ein Dankeschön an die Community. Lösungen für bisher als unlösbar geglaubte IT-Probleme zu schaffen, ist mein Job.“